Heimbeatmung

 
Behinderungen, wie z.B. Muskeldystrophie oder Poliomyelitis, können zur Beeinträchti-gung der Eigenatmung führen. Durch Schwächung der Muskulatur oder eine generelle körperliche Schwächung kann es passieren, dass die Kraft, mit dem selbständigen Atmen einen guten Blutgaswert zu halten, nicht mehr reicht. Diese Menschen sind auf Unterstützung beim Atmen ange-wiesen, entweder durch nicht invasive (Masken-) oder invasive (Tracheostoma-) Beatmung, entweder nur stundenweise, nur nachts oder auch vierundzwanzig Stunden lang.



Indikationen für Heimbeatmung

Heimbeatmung oder auch intermittierende Selbstbeatmung sind Beatmungen, die außerhalb einer Intensivstation durchgeführt werden. Die Beatmung zu Hause bzw. Pflegeheim kommt bei Kranken zum Einsatz, die an chronischer Unterbelüftung (Hypoventilation) leiden. Das heißt: Die eigene Atmung ist durch eine vorübergehende oder definitive Störung des Nervensystems oder der Atemmuskulatur so stark behindert, dass die Atemarbeit nur durch eine teilweise oder völlige Unterstützung mit einem Beat-mungsgerät sichergestellt werden kann.

Mögliche Gründe für die mechanische Heimbeatmung:

Ungenügende Atemleistung bei neuro-muskulären Erkrankungen. Das sind Krankheiten, bei denen die Muskeln oder die dazugehörigen Nerven angegriffen sind (beispielsweise Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), Neuropathie), bei ausgeprägten Hirnschädigungen traumatischer Genese (Wachkoma) sowie bei Skelett-, Rippenfell- und Lungenschädigungen


Symptome

Chronische Unterbelüftung führt zu Symptomen wie Müdigkeit, Schlafstörungen, Leistungsabfall, Konzentrationsunfähigkeit, Reizbarkeit, Depressionen, intellektuellem Abbau und Gedächtnisstörungen sowie zur Tendenz, tagsüber einzuschlafen (Hypersomnie). Aber auch Symptome im Herz-Kreislauf wie Vergrößerung des rechten Herzens mit Venenstauung (cor pulmonale) oder Vermehrung der roten Blutkörperchen (Polyglobulie) sind die Folge.

Ziel der Beatmungstherapie:
Behebung der Folgen der Unterbelüftung

Folgende Resultate können erwartet werden, wenn ein Beatmungsgerät die Funktion der erschöpften Atemmuskulatur zeitweilig oder dauernd übernimmt:
- Eine Verbesserung der Lebensqualität.
- Eine Verlängerung der Lebenserwartung.
- Weniger häufig Bronchitis und Lungenentzündung.
- Rückbildung oder Verminderung der Atemnot.


Technische Hilfsmittel

Die Beatmung muss im Krankenhaus so eingestellt werden, dass sie ohne ständige Modifikationen auf Dauer suffizient ist. Das individuelle Heimbeatmungsgerät muss also bereits in der Klinik verfügbar sein. Die notwendigen Notfall- und Sicherheitssysteme müssen ebenfalls in der Klinik verordnet werden. Das kann sich auf die Bereitstellung eines Ersatzgerätes, Notfall-Stromversorgung sowie Pulsoxymeter zur Therapieüberwachung erstrecken. Da Langzeitbeatmete meist invasiv über Tracheostoma beatmet sind, sind Anfeuchter und Absauggeräte notwendig. Der Bedarf an Verbrauchsmaterialien zur Tracheostomapflege und Absaugung muss ebenfalls abgeklärt und verordnet sein. Nicht zuletzt ist die Heimpflege durch einen qualifizierten Pflegedienst und die Bereitstellung von Pflegebetten, ggf. Umbettungshilfen etc. zu verordnen

Zur Versorgung und Therapieüberwachung werden ein Heimbeatmungsgerät mit hohem Sicherheitsstandard, geeignet für lebenserhaltende Heimventilation, Absauggerät, ggf. Sauerstoffversorgung und Pulsoxymetrie benötigt. Außerdem können Tracheostoma- Kanülen, Verbrauchsmaterialien, Backup-Geräte zur Beatmung, Sauerstoffversorgung und Notfall-Stromversorgungen notwendig werden.


Medizinische Infrastruktur

St. Martinus-Hospital Olpe

(405 Betten / Entfernung 10 km) Trägerschaft der Katholischen Hospitalgesellschaft Südwestfalen gGmbH Olpe in der Nachbarstadt Olpe, mit den Fachabteilungen Innere Medizin, Kardiologie, Chirurgie, Gynäkologie / Geburtshilfe, Psychiatrie, Radiologie und Anästhesie / Intensivmedizin sowie den Belegabteilungen HNO und Augenheilkunde


Krankenhaus St. Barbara Attendorn

(286 Betten / Entfernung 14 km) in Trägerschaft der Rhön-Klinikum AG in Attendorn, mit den Fachabteilungen Chirurgie, Innere Medizin, Orthopädie, Gynäkologie / Geburtshilfe und Geriatrie


Kreiskrankenhaus Gummersbach

(611 Betten / Entfernung 16 km) in Trägerschaft des Kreises Oberberg, des Landschaftsverbandes Rheinland und der Stadt Gummersbach in Gummersbach, mit den Fachabteilungen Innere Medizin, Chirurgie, Frauenklinik, Kinderklinik, Psychiatrie, Neurologie, HNO, Augenklinik